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Lindauer Bote 1822 (15. April): Teilfrankobrief von Turin mit Leitvermerk "Par Milan, Chiavenna et Splugen" an Bürgermeister Johann Baptista von Tscharner in Chur. Für die rücks. notierte Gebühr von '12' Soldi dem Postamt
Turin zur Beförderung "in corso particolare" vorgewiesen und eingetragen mit entsprechendem handschriftl. Vermerk und Kartierungsnummer "1928" in schwarzer Tinte sowie gebogenem Stabstp. "P.P. / TORINO" in rot. Auf privatem Weg nach Mailand
befördert, dort mit Transitstp. "MILANO / L. T." und "AFFRANCATE", beide in rot, wieder der Post übergeben und weiterspediert mit dem Lindauer Boten über Chiavenna und den Splügenpass nach Chur. Vorders. taxiert mit '30' Centesimi für Österreich,
umgerechnet 9 Blutzger, zuzüglich des Bündner Portos von 13 Blutzger ergibt sich die vom Empfänger erhobene Gesamttaxe von '22' Blutzger. Ein attraktiver und postgeschichtlich bedeutender Brief per 'corso particolare' durch Sardinien und mit der
Fussacher Messagerie nach Chur. Anmerkung: Während das Postregalgesetzt des Königreichs Sardinien den Brieftransport durch Private ausserhalb des Postsystems untersagte und strenge Sanktionen vorsah, wurden zugleich gegen entsprechende Gebühren
Ausnahmen bewilligt. Wer von einer solchen Genehmigung Gebrauch machen wollte, musste die betreffenden Briefe auf dem Postamt vorweisen, wo diese registriert und eine dem regulären Porto entsprechende Gebühr verrechnet wurde, bevor der Brief zur
privaten Weiterbeförderung wieder dem Empfänger ausgehändigt wurde. Auf diesem Weg liess sich insbesondere dann Zeit gewinnen, wenn gerade kein geeigneter Postkurs verkehrte. Im Verkehr mit dem Kanton Graubünden oder der Schweiz überhaupt sind solche
Sendungen ausserordentlich selten. Referenz: Abgebildet und diskutiert in: Emil Rüegg, "Graubünden 1727-1851 - Die Anwendung der Postverträge, Tarife und Verordnungen", S. 123. (Image 1)
(Image 2)
(Image 3)
(All Images)
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