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Frankreich 1871: 25 Rp. grün als Zusatzfrankatur auf Ganzsachenpostkarte 5 Rp. karmin, farbfr. und die Marke gut gez., klar und übergehend gest. "MOUDON 4.II.71" mit beigefügtem "P.D." und mit Vermerk "Si absent voir à
l'Ambulance Suisse" an Jules Chappuis "Ecrivain Lithographe" in Paris, Frankreich adressiert. Rücks. Ankunftsstp. PARIS FEVR. 71". Versandt wenige Tage nach dem Ende der Belagerung von Paris in der etwas mehr als eine Woche dauernden Periode als eine
rudimentäre Postverbindung in die französische Hauptstadt über das Deutsche Hauptquartier in Versailles wieder hergestellt war, jedoch erst Postkarten oder unverschlossene Briefe zugelassen waren. Mit 30 Rappen korrekt frankiert für einen Brief aus
der Schweiz nach Frankreich ausserhalb des Grenzrayons laut Tarif vom 1. Oktober 1865, zumal ein reduziertes Postkartenporto im Verkehr mit Frankreich erst mit Inkrafttreten des Weltpostvertrages 1875 eingeführt wurde. Ein atemberaubendes
Zeitdokument und zugleich eine herausragende Rarität des Postverkehrs zwischen der Schweiz und Frankreich; Atteste Renggli (1996) und Eichele (1999). SGSSV: PK.001.1. Anmerkung: Als am 18. September 1870 preussische Truppen die Stadt Paris umstellten
begann eine Belagerung, die bis zum Ende des Deutsch-Französischen Krieges andauern sollte. Dabei wurde bekanntlich auch die Postverbindungen der Hauptstadt zum Rest des Landes unterbrochen und die Korrespondenzen nach Paris im deutschen
Hauptquartier in Versailles zurückgehalten, welche Postblockade schnell auch zu den bekannten Umgehungsversuchen per "Ballon Monté", "Boule de Moulins" oder "Pigeongramme" führte. Bereits das am 28. Januar 1871 unterzeichnete
Waffenstillstandsabkommen sah vor: "Un service postal pour les lettres non cachetées sera organisée entre Paris et les départements par l'intermédiaire du quartier général de Versailles" und am 2. Februar publizierte die französische Presse die
Möglichkeit, unversiegelte Briefe und Postkarten nach Paris zu schicken, wo am 3. Februar erstmals solche Post zugestellt wurde. Am selben Tag erfuhren auch die Schweizer Postbenützenden via das Postamtsblatt von dieser Möglichkeit, worauf die
Waadtländerin Marie Braillard postwenend die vorliegende Karte verfasste, die sich im Ton spürbarer Besorgnis nach dem Befinden ihres Bruders Jules Chappuis erkundet, von dem die Familie seit dem 23. Oktober nichts mehr gehört hatte. Einige Tage
später, am 12. Februar, verkündete die Pariser Presse, dass verschlossene Korrespondenzen ab sofort wieder zulässig seien. Referenz: Abgebildet und diskutiert in: Richard Schäfer, "Der Briefpostverkehr Schweiz-Ausland 1459-1907", S. 91. Provenienz:
Sammlung Richard Schäfer, Rapp-Auktion, Wil (SG) Dezember 1999, Los 2010; Sammlung Harlan F. Stone, DF, Genf Dezember 2013, Los 30431. (Image 1)
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